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Amerikas halbherziger Kampf gegen Internet Casinos
 
Datum: 10.05.2003 - 10.05.2003
 
Amerikas halbherziger Kampf gegen Internet Casinos 
oder soll man besser sagen gegen eigene Interessen?

Internet-Glücksspiel oder online gambling ist ein weiterhin kontrovers diskutierter Bereich, vor 
allem in den USA.
Glücksspiel im Allgemeinen ist nach dem Recht mancher Bundesstaaten illegal, nach dem Recht anderer 
Bundesstaaten, wie z. B. Nevada, legal (bei Erteilung einer entsprechenden Lizenz). Ein Problem 
stellt das sogenannte „offshore" gambling dar, das von Unternehmen, die meist in der Karibik 
angesiedelt sind, über das Internet auch Nutzern in den USA angeboten wird.

In einem Fall, der vom Supreme Court von New York, wo Glücksspiel nicht erlaubt ist, entschieden 
wurde, führte das Gericht aus, dass Glücksspiel auch dort vorgenommen wird, wo die Spieler handeln, 
also auch in New York. 
Die Angeklagte war ein in Antigua lizenziertes Kasino, und bot Glücksspiele über das Internet im 
Einklang mit dem Recht von Antigua an. 
Das Gericht hielt es indes für irrelevant, dass die Aktivitäten in Antigua legal sind.45 Im Sinne 
dieser Entscheidung erstrecken einige Bundes- staaten, wie z. B. Kalifornien46, das 
Glücksspielverbot per Gesetz ausdrücklich auf online Angebote, die für Bewohner des jeweiligen 
Staates zugänglich sind. Andere Staaten hingegen, insbesondere Nevada, haben angesichts geschätzter 
Einnahmen von bis zu sechs Milliarden Dollar im Jahr 2003 das Angebot von Glücksspielen über das 
Internet legalisiert, vorausgesetzt der Anbieter erwirbt eine Lizenz und kann garantieren, dass das 
Angebot nicht von Minderjährigen oder von Personen in Staaten, nach deren Recht Glücksspiel illegal 
ist, wahrgenommen werden kann. 

Insofern setzt die Glücksspiel-Branche unter anderem auf sogenannte „geolocation", „geotracking" 
oder „geotargeting" Dienste, die anhand der IPAdresse des Nutzers in Verbindung mit verschiedenen 
proprietären Technologien den physischen Aufenthalt von Nutzern feststellen können. Die 
Hauptanbieter dieser Technologien, wie z. B. Quova, NetGeo, InfoSplit, Digital Island, Digital 
Envoy oder Akamai arbeiten zur Zeit daran, die Genauigkeit ihrer Dienste (die im Hinblick auf das 
Land des Nutzers zwischen 96 % und 99 %, im Hinblick auf einzelne Staaten innerhalb der USA wegen 
des proprietären AOL Netzwerkes derzeit aber nur bei ca. 85 % liegt) zu verbessern.
Auf Bundesebene sind mehrere Gesetzesentwürfe, die sich speziell des illegalen Internet- 
Glücksspiels annahmen, gescheitert. 

Entsprechende Vorschriften haben allerdings jüngst, zur Überraschung einiger Beobachter, ihren Weg 
in den Financial Anti-Terrorism Act of 2001 gefunden, der im Zuge der Terroranschläge vom 11. 
September im Repräsentantenhaus eingebracht wurde, und vor allem die Bekämpfung internationaler 
Geldwäsche zum Gegenstand hat. 
Der Vorschlag verbot insbesondere die Annahme von Zahlungen und die Akzeptanz von sonstigen 
Zahlungsinstrumenten im Zusammenhang mit Internet-Glücksspiel, wenn dieses am Ort, an dem sich der 
Spieler aufhält, oder am Ort, an dem der Anbieter sitzt, illegal ist. 
Der Vorschlag erlaubte ein straf- und zivilrechtliches Vorgehen und sah auch Maßnahmen gegen 
Finanzinstitute vor, die nach dem Gesetz illegale Zahlungen veranlassen oder bearbeiten. Ziel ist 
es also insbesondere, den Zahlungsverkehr (vor allem über Kreditkarten) zu den Offshore-Anbietern 
abzuschneiden.
Ähnliche Vorschläge sind bereits bisher im Kongress gescheitert. Nach intensiven Debatten hinter 
den Kulissen und auf Druck der Regierung wurden die offenbar zu umstrittenen Glücksspiel-
Vorschriften schließlich wieder aus dem Gesetzesentwurf, der möglichst schnell verabschiedet werden 
sollte, gestrichen. Kurz darauf ist aber die gestrichene Passage als eigenständiger 
Gesetzesvorschlag wieder im Repräsentantenhaus eingebracht worden.
Zudem hat Repräsentant Goodlatte einige Tage später einen weiteren Vorschlag zum gleichen Thema 
eingebracht. Die Debatte ist also erst (wieder einmal) eröffnet.
 
 
 
News von www.casinos.ch