10.03.2026, Glücksspiel zählt in der Schweiz zu den Freizeitaktivitäten, über die besonders kontrovers diskutiert
wird. Für manche Menschen ist es eine harmlose Unterhaltung oder sogar ein gesellschaftlich
anerkanntes Hobby – ein Symbol für Unbeschwertheit und die Hoffnung auf einen grossen Gewinn.
Für andere hingegen stellt es ein ernstes Risiko dar: eine mögliche Sucht, die finanzielle und
persönliche Existenzen gefährden kann. Wie also sprechen wir über Glücksspiel – und was verrät
dieser Umgang über unsere Gesellschaft?
Glücksspiel als gesellschaftlich akzeptierte Freizeitbeschäftigung
Nahezu jede zweite Person in der Schweiz hat im vergangenen Jahr an einem Geldspiel teilgenommen. Zahlen aus dem Magazin Geld- und Glücksspiel – Nutzung zeigen, dass rund 44,5 % der Menschen über 15 Jahren mindestens einmal jährlich Lotto spielen, Rubbellose kaufen oder andere Geldspiele nutzen. Ein Teil davon – etwa 14,5 % – spielt sogar mindestens einmal im Monat.
Diese Beteiligung macht deutlich: Glücksspiel ist in der Schweiz weit verbreitet und längst kein Randphänomen mehr. Lotterien oder kleine Spiele wie Tombolas sind vielerorts Teil des gesellschaftlichen Alltags – etwa bei Vereinsveranstaltungen, Dorffesten oder einfach als kurzer Zeitvertreib. Gleichzeitig steht oft die Hoffnung im Raum, mit etwas Glück einen Gewinn zu erzielen, der das Leben verändern könnte.
In diesem Kontext kann Glücksspiel auch als Ausdruck einer modernen Freizeitkultur verstanden werden. Wer teilnimmt, beteiligt sich am gemeinsamen Spiel um Glück und Gewinn – einer Praxis, die gesellschaftlich weitgehend akzeptiert ist.
Die Schattenseite: Ein oft verschwiegenes Thema
Neben dieser verbreiteten Akzeptanz existiert jedoch eine weniger sichtbare Seite des Glücksspiels: die Gefahr der Abhängigkeit und ihre sozialen Folgen. Während viele Menschen das Spielen als unproblematisch betrachten, zeigen statistische Daten ein differenzierteres Bild.
In der Schweiz weisen etwa 4,3 % der Bevölkerung ein problematisches Spielverhalten auf. Das entspricht rund 296'000 Personen, die beim Umgang mit Geldspielen erhebliche Risiken eingehen.
Besonders betroffen sind junge Erwachsene. In der Altersgruppe zwischen 20 und 24 Jahren liegt der Anteil von riskantem Spielverhalten bei etwa 9,2 % und damit deutlich höher als bei älteren Bevölkerungsgruppen.
Diese Zahlen stehen im Gegensatz zu dem häufig verharmlosten Bild des Glücksspiels. Obwohl man im Alltag offen über Sportwetten, Lottoscheine oder Casinobesuche spricht, bleibt die Problematik der Spielsucht oft im Hintergrund. Schamgefühle, Angst vor gesellschaftlicher Stigmatisierung und Unklarheit darüber, wo Unterstützung erhältlich ist, tragen dazu bei, dass viele Betroffene schweigen.
Der Einfluss der Regulierung auf die Wahrnehmung
Auch die gesetzliche Regelung in der Schweiz spiegelt diese zwiespältige Haltung wider. Seit Inkrafttreten des Geldspielgesetzes im Jahr 2019 dürfen Online-Geldspiele ausschliesslich von in der Schweiz lizenzierten Casinos angeboten werden. Anbieter aus dem Ausland wurden gesperrt.
Darüber hinaus existieren verschiedene Schutzmechanismen: Spielerinnen und Spieler können sich freiwillig sperren lassen, und Casinos sind verpflichtet, auffälliges oder riskantes Spielverhalten zu erkennen und entsprechende Massnahmen einzuleiten.
Trotz dieser Regelungen ist die Zahl der Spielsperren in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2024 wurden 18'216 neue Sperren registriert, vor allem im Bereich der Online- Angebote. Dies verdeutlicht einerseits die zunehmende Bedeutung des digitalen Glücksspiels, andererseits aber auch den wachsenden Bedarf an gesellschaftlicher Auseinandersetzung mit problematischem Spielverhalten.
Sprache prägt unsere Wahrnehmung
Auch die Art und Weise, wie wir über Glücksspiel sprechen, beeinflusst unsere Sicht darauf. Formulierungen wie „Lotto spielen“ oder „ein paar Wetten platzieren“ wirken oft harmlos und alltäglich und können die damit verbundenen Risiken herunterspielen.
Die Organisation Sucht Schweiz weist darauf hin, dass bereits der Begriff „Glücksspiel“ problematisch sein kann. Er suggeriert häufig eine Gleichheit der Chancen, obwohl die strukturellen Vorteile in der Regel auf Seiten der Anbieter liegen.
Gleichzeitig versuchen Präventionskampagnen, dieses Schweigen zu durchbrechen. Initiativen wie „Wenn dein Spiel zur Droge wird“ setzten bewusst auf persönliche Erfahrungsberichte von Betroffenen. Ziel war es, ein realistisches Bild der Spielsucht zu vermitteln und das öffentliche Bewusstsein für dieses Thema zu stärken.
Zwischen Unterhaltung und Verantwortung
Glücksspiel bewegt sich in der Schweiz zwischen zwei Polen. Einerseits ist es ein weit verbreitetes Freizeitvergnügen, das gesellschaftlich akzeptiert ist. Andererseits kann es eine Sucht entwickeln, über die noch immer vergleichsweise wenig offen gesprochen wird.
Die Herausforderung besteht deshalb darin, einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem Thema zu finden – ohne moralische Verurteilung, aber auch ohne die Risiken zu verharmlosen. Eine offene und differenzierte Sprache, kombiniert mit Aufklärung, Forschung und Präventionsarbeit, kann dazu beitragen, die Ambivalenz des Glücksspiels sichtbar zu machen und Betroffenen den Mut zu geben, Hilfe zu suchen und darüber zu sprechen.
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