Benso übernahm am Finaltisch früh die Führung und gab diese bis zum Ende nicht mehr aus der Hand. Im Heads-up setzte er sich nach einem fast vierstündigen Duell gegen Farhad Jamasi durch. Als feststand, dass er den entscheidenden Pot und damit sämtliche verbleibenden Chips gewonnen hatte, brach bei Benso die Freude offen aus.
Insgesamt hatten 857 Spieler am Turnier teilgenommen. Dadurch entstand ein Preispool von 1’137’667 Dollar. Bemerkenswert war, dass Benso am Finaltisch ganz ohne persönliche Unterstützung auskommen musste. Seine Frau befand sich mit der gemeinsamen eineinhalbjährigen Tochter Joy zu Hause in den Niederlanden.
Der gebürtige Genueser bezeichnete den Sieg als Geschenk für seine Familie. Er könne es kaum erwarten, zu ihnen zurückzukehren und gemeinsam zu feiern. Während des Turniers habe er sich wie ein «einsamer Wolf» gefühlt. Nicht, weil er unfreundlich sei, sondern weil er sich beim Pokern vollständig auf das Spiel konzentrieren wolle.
Benso erzielt bereits seit rund 20 Jahren Preisgelder bei Live-Turnieren und ist besonders in verschiedenen Omaha-Varianten erfahren. Seit 2015 nimmt er regelmässig an der WSOP teil, ein Bracelet hatte er bislang jedoch noch nie gewonnen. Nach eigener Aussage sei er an Finaltagen in der Vergangenheit häufig an sich selbst gescheitert. Dieses Mal habe er sowohl gut gespielt als auch in entscheidenden Situationen das nötige Glück gehabt.
Benso kämpft sich an die Spitze
Zehn Spieler kehrten am letzten Turniertag an die Tische zurück. Bereits innerhalb der ersten zwei Stunden schied die Hälfte von ihnen aus. Benso startete nur als Sechster in Chips und verfügte über weniger als 20 Big Blinds.
Zu Beginn musste er zunächst eine Verdoppelung von Justin Liberto hinnehmen. Kurz darauf holte er sich einen grossen Teil der verlorenen Chips in einer Double-Board-PLO-Hand zurück. Dies war zugleich das letzte Mal auf seinem Weg zum Titel, dass sein Turnierleben ernsthaft gefährdet war.
Benso eliminierte Jon Turner auf dem siebten Platz und gewann anschliessend mehr als drei Millionen Chips von Liberto. Damit übernahm er die Führung. Wenig später schaltete er Liberto endgültig aus, den er selbst als seinen stärksten Konkurrenten am Finaltisch bezeichnete.
Maxx Coleman war zwischenzeitlich auf nur noch zwei Big Blinds zurückgefallen, konnte sich jedoch nochmals erholen und erreichte schliesslich den fünften Platz.
Geduldiger Sieg im Heads-up
Mit Farhad Jamasi und Sergio Benso trafen im Heads-up jene beiden Spieler aufeinander, die bereits zu Beginn des Finaltages die beiden vordersten Positionen im Chipcount belegt hatten. Jamasi war ursprünglich mit rund einem Drittel aller Chips in den Tag gestartet, doch bis zum direkten Duell hatte sich Benso einen deutlichen Vorsprung erarbeitet.
Im Heads-up spielte der Italiener kontrolliert und geduldig. Er versuchte nicht, seinen grossen Chipstack mit Gewalt auszunutzen, sondern wartete auf Fehler seines Gegners. Jamasi konnte während des fast vierstündigen Duells nur wenige grössere Pots gewinnen.
Benso erklärte nach seinem Triumph, er habe in den ersten beiden Turniertagen durchaus Fehler gemacht. Entscheidend sei jedoch gewesen, dass ihm in den letzten sechs Stunden praktisch kein Fehler mehr unterlaufen sei. Genau deshalb habe am Ende der «einsame Wolf» das Bracelet gewonnen.
Quelle: https://www.pokernews.com/news/2026/07/sergio-benso-wins-wsop-event-91-pick-your-plo-51852.htm






